Storchenschnabel (Geranium robertianum)

Sein Name ist Geranium robertianum oder auf gut Deutsch Stinkender Storchenschnabel. Nicht gerade eine anmutende Namensgebung für ein Kraut. Beim ersten Anblick ist die Pflanze auch keine Schönheit und ihr Duft ist nicht das was unsere feinen Nasen als wohlriechend bezeichnen. Oberflächlichkeit ist eine Tugend die heute allgegenwärtig ist. Schade, denn hinter vielen Fassaden die nicht Top gestylt sind, stecken wunderbare Charakteren.

 

 

 

Der Stängel ist rund oder schwach gerillt, oft rötlich und stark verästelt. Die Blätter sind gegenständig angeordnet und gefiedert. Das ganze sieht etwas wirr und wild aus. Erst bei näherer Betrachtung sieht man die hell roten bis kräftig roten feinen Blüten mit fünf Kelchblättern die oftmals gestreift sind. Im Innehalten entdeckt man auch bei dieser Pflanze eine Schönheit, die in jedem Wesen irgendwo steckt. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August. Die Früchte sehen aus wie die langen Schnäbel der Storche, daher seine Namensgebung. Mit Hilfe eines Schleudermechanismus schiesst das Kraut bei leichter Berührung die Samen mit grosser Wucht aus der Frucht. Mit dieser Art der Fortpflanzung kann sie sich über grosse Strecken ausbreiten. Bis zu 6 Meter können die Samen fliegen. Diesem Schauspiel zu zusehen oder es selber auszulösen wenn die Frucht reif ist, ist ein spannendes und lustiges Experiment.

 

 

 

Die Pflanze enthält eine hohe Konzentration an Gerbstoffen. Diese haben eine adstringierende (zusammenziehende) und entzündungshemmende Eigenschaft. Bei Entzündungen im Mundraum kann ein Teeauszug mit dem Storchenschnabelkraut Linderung schaffen. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze auch bei Funktionsschwäche der Leber, Nieren und bei Lymphatischen Beschwerden eingesetzt. Sie hatte einen sehr hohen Stellenwert als ziehende, reinigende und entgiftende Heilpflanze. Es sind in erster Linie Gifte die dem Körper zugeführt wurden, mit denen das Ruprechtskraut umzugehen weiss. Die ausscheidenden Organe werden aktiviert, so können die Toxine ausgeleitet werden. Auch „Giftpfeile“ die die Seele verletzten, können grossen Schaden anrichten. Und auch da ist der Storchenschnabel ein grossartiger Helfer. Als Schockmittel ist es eine hervorragende Wahl bei Verletzungen die auf der psychischen Ebene durch äussere Einwirkungen passieren.

 

 

 

Vielleicht konnte ich euch den Storchenschnabel mit diesen Worten und den Bildern schmackhaft machen. Ihr begegnet ihm an schattigen, stickstoffreichen Standorten, oft in feuchten Wäldern, an Zäunen und Hecken oder in Mauerspalten. Seine Sammelzeit erstreckt sich über die gesamte Blütezeit. Geerntet wird das blühende Kraut.

 

Eine Menge steckt hinter dieser struppigen, herb riechenden Fassade des Stinkenden Storchenschnabel.