Schwarzer Holunder (Sambuccus nigra)

Endlich komme ich dazu einen kurzen Bericht über den Holunder zu schreiben. Diese alte Heil- und Zauberpflanze hat einen Platz in der Ehren Galerie verdient. Bereits die Kelten haben diese Pflanze hoch verehrt; er verkörperte die Unendlichkeit des Lebens. Das Altdeutsche Wort vom Holunder ist „Holuntar“, was hohl, heilig, gnädig bedeutete. Auch unsere Ahnen haben diesen Baum sehr geachtet. Um jeden Stall und um jedes Haus stand ein Holderstrauch der Haus und Hof vor bösen Geistern und Unheil schütze.

 

Der Holunderbaum in seiner Signatur gibt vieles von seiner Heilwirkung preis. Der knorrige, verästelte Stamm ist sehr zäh und doch biegsam. Die weissen, wohlriechenden, sanften, fröhlich anmutenden Blüten strecken ihre Köpfe lebhaft der Sommersonne entgegen und geniessen die Wärme. Der angenehme Duft versprüht Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Die weissen Farbtupfer sind Lichtbringer. Während die Beeren heranreifen, beachtet man den Strauch kaum mehr. Doch wenn die Dolden voller schwarzer Beeren hängen, zeigt der Baum wieder seine volle Präsenz. Die Äste werden von den prallen Beeren gegen die Erde gezogen. Die Köpfe der schweren Dolden neigen sich nun gegen unten. Die Jahreszeit schreitet mit grossen Schritten der Dunkelheit entgegen. Der Holunder selber verkörpert in seinem Kleid im Herbst diese Thematik. Auch er neigt sein Haupt und legt sich bald Müde zur Ruhe, zieht sich zurück, sammelt sich um im kommenden Frühjahr wieder in seiner ganzen Lebendigkeit zu strahlen.

 

Die heilenden Tugenden der Blüten die bei Erkältungen, Grippe und Fieber hilfreich sind, sind bekannt. Die Signatur zeigt klar, wie stark der Holder ist, wieviel Energie in ihm steckt, sich nach einer schweren Last zu regenerieren um dann wieder fröhlich, strahlend da zu stehen. Das zeigt, dass die Holunderblüten auch eine sehr wirksame Arznei bei traurigen Verstimmungen vom Gemüt, bei Frühjahrsmüdigkeit, bei Schlappheit oder Lustlosigkeit sind. Da vermittelt diese Blüte wieder Freude und schenkt Energie.