Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Am längsten Tag des Jahres und zur heutigen Sommersonnenwende widme ich den Beitrag klassischerweise dem Johanniskraut, dessen Namen von den Johannitagen stammt. Die Pflanze wurde bei den rituellen Mitsommerfesten auch stets als magische Schutzpflanze gebraucht. Bei den Feierlichkeiten und Zeremonien spielte das Kraut eine wichtige Rolle. Überganszeiten und Wechsel in den Rhythmen des Kosmos wurden stets als magische Momente und durchlässige Zeiten angesehen. So tragen Pflanzen wie das Johanniskraut starke Kräfte in sich.

 

 

 

Die Johannisblume auf diesem Foto habe ich an einem typischen Standort für diese Art aufgenommen. Die Pflanze steht auf steinigem Schotterboden am Wegesrand unter einer Hochspannungsleitung. Wo andere Pflanzen mit diesen Begebenheiten Mühe haben, scheint es den Johanniskräutern zu gefallen. Wie die Königskerzen kommen die Johanniskräutergewächse mit schwierigen energetischen Bedingungen gut zurecht.

 

 

 

Die Einsatzgebiete als Heilpflanze sind lang, gut erforscht, mit empirischem Wissen hinterlegt und stets zuverlässig in den Anwendungen. So hilft das Johanniskraut innerlich bei Nervosität, Ängsten, Melancholie, leichten Depressionen und Verstimmungen. Es ist das Kraut der Nerven, innerlich wie äusserlich. So wie die Arznei innerlich eine Stimmungsaufhellende Wirkung hat, ist sie äusserlich bei muskulären Beschwerden balsamisch und entspannend. Das Rotöl das aus den Blüten einfach selber ausgezogen werden kann, ist ein hervorragendes Massageöl. Ein paar Tage vor einer herausfordernden sportlichen Betätigung aufgetragen, wird das Gewebe mehr durchblutet und nährt die Muskulatur. So kann einem Muskelkater vorgebeugt werden. Ebenso hilft das Öl auch nach dem Sport zur Versorgung und Lockerung. Anstatt den After Suncremes empfehle ich zur Nachversorgung der Haut nach einem Sonnenbad das Johannisöl. Das natürliche Mittel ohne Zusatzstoffe kühlt und regeneriert die Haut.

 

 

 

Unten im Tal an trockenen Böschungen, steinigen Wegrändern und warmen Stellen blüht das Johanniskraut jetzt und es darf schonend geerntet werden. Oben in den Bergen haben sich die Stängel und das Blattwerk bereits gut ausgebildet. Doch bis die Blume in den Alpen ihre Blüte trägt, dauert es noch einen Moment. Es eilt auch nicht, idealerweise werden die Bergkräuter auch um Maria Himmelfahrt geerntet, wenn die Pflanzen die Sonne eines ganzen Sommers in sich tragen. In diesen Kräutern steckt dann nicht nur die jugendliche Stärke und Freude der Johannisnächte sondern die Weisheit und Wärme gelebter Sommer Tage.